Die Idee

Wo sammeln Musiker von morgen ihre ersten Profi-Erfahrungen?
Was braucht es, um in ein Orchester aufgenommen zu werden und dort zu bestehen?
Wer formt den Orchesternachwuchs?

Im Jahr 2013 initiierten Mitglieder des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters einen Prozess, der zwei Jahre später in die Gründung der Paul-Hindemith-Orchesterakademie mündete: Die seit 1985 bestehende „Frankfurter Orchesterschule“ sollte zeitgemäß ausgerichtet und für die gestiegenen Anforderungen an zukünftige Orchestermusiker optimiert werden.

So entstand zur Saison 2015/16 eine moderne Orchesterakademie, die ausgewählten Musikern gegen Ende ihres Studiums eine maßgeschneiderte Ausbildung mitten aus der Praxis bietet.

Auch die Oper Frankfurt profitiert von der Orchesterakademie: Sie macht das Orchester attraktiver, zieht den begabten und motivierten Nachwuchs an und kann die Besten langfristig fürs eigene Orchester gewinnen.

 

 

Stimmen

Als ehemaliges Mitglied der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker weiß ich um die enorme Wichtigkeit einer solchen Einrichtung und konnte von der dort gesammelten Orchesterpraxis enorm profitieren. Aus meiner heutigen Sicht als Professor ist eine Zeit in einer Akademie ein unverzichtbarer Bestandteil der Ausbildung zum Orchestermusiker. Der unschätzbare Vorteil des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters ist das große Repertoire, welches nicht nur die sinfonische, sondern auch die große Opernliteratur einschließt. Auf diese Weise können Studierende wirklich sinnvoll an die späteren beruflichen Herausforderungen herangeführt werden.

Prof. Johannes Gmeinder, von 1999 bis 2009 Solo-Klarinettist des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters und seit 2009 Professor für Klarinette und Kammermusik an der Hochschule für Musik Saar

 

Noch vor Abschluss meines Studiums war ich Mitglied der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker. Hier lernte ich zum ersten Mal den Alltag eines Berufsmusikers kennen, u. a. so elementare Dinge wie das Orchesterpiano, das so leise sein kann, dass man sich selbst nicht mehr hört, ganz anders als bei einem solistischen piano. Oder auch, wann genau man einsetzt, wenn der Dirigent runterschlägt. Ich erinnere mich, anfangs etwa oft zu früh gespielt zu haben. Als ich dann direkt im Anschluss meine erste Stelle als Solocellist in Antwerpen antrat, fühlte ich mich gut gerüstet. Zwei Jahre später wurde ich Solocellist in Frankfurt.

Rüdiger Clauß, seit 1996 erster Solocellist des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters

 

Ich glaube, man wird nirgendwo besser auf den Berufsalltag vorbereitet als in einer Orchesterakademie. Während meiner Zeit in der Orchesterakademie der Bamberger Symphoniker habe ich enorm an Orchestererfahrung gewonnen und hatte trotzdem ausreichend Zeit, nebenher zu üben und Probespiele vorzubereiten.

Elisabeth Friedrichs, seit 2013 Bratschistin im Frankfurter Opern- und Museumsorchester

 

Neben der Möglichkeit, mit international renommierten Dirigenten und Sängern spielen zu können, war es für mich als Stipendiat der Bayerischen Staatsoper eine besondere Hilfe, als noch Lernender an die Opernliteratur herangeführt zu werden. Mit dem Status des Auszubildenden konnte ich mich ohne Druck an die besonderen Begebenheiten des Opernorchesters gewöhnen und dadurch befreiter, selbstbewusster und somit auch besser spielen, als es mir mit einem Zeitvertrag oder einem Praktikum, bei dem die Ausbildung weniger im Vordergrund steht, möglich gewesen wäre.

Mario Riemer, seit 2014 Cellist im Frankfurter Opern- und Museumsorchester

 

Nach vier Jahren an der Musikhochschule in Trossingen war die Akademiezeit bei den Berliner Philharmonikern ein wichtiger Faktor für meine Weiterentwicklung als Musiker. Die Mitwirkung in einem der besten Orchester der Welt, unter der Leitung der großen Dirigenten unserer Zeit, war für meinen Werdegang prägend. Die neuen Impulse meiner Lehrer im instrumentalen Bereich haben meinen musikalischen Horizont nochmals sehr erweitert und mein Spiel auf ein höheres Niveau gehoben.

Steffen Uhrhan, seit 2012 Schlagzeuger im Frankfurter Opern- und Museumsorchester

 

Als Stipendiat für eine gewisse Zeit Teil eines großen Orchesterkollektivs zu sein und gleichzeitig auf die besondere Herausforderung eines Probespiels vorbereitet zu werden, hat mir in meinen zwei Jahren in der Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks nochmal ganz neue Impulse für meine Entwicklung gegeben. Das waren Erfahrungen, die man so im Studium nicht machen kann.

Stephan Kronthaler, seit 2012 Klarinettist im Frankfurter Opern- und Museumsorchester

 

In der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker habe ich als Stipendiatin sehr viel Orchestererfahrung sammeln dürfen und ein breites Repertoire kennengelernt. Ohne die Erfahrung der Orchesterakademie wäre der Einstieg ins Berufsleben sehr viel schwieriger gewesen.

Marta Berger, seit 2009 Oboistin im Frankfurter Opern- und Museumsorchester